Ausstellung im HDAG (September bis Dezember 2012)

Wald, Holz und Fachwerkbau in Alfter

Zum Tag des offenen Denkmals präsentierte das Haus der Alfterer Geschichte am 09.09. 2012 die Ausstellung „Wald, Holz und Fachwerkhäuser in Alfter“. Thematisch folgten die Organisatoren wieder einmal der Vorgabe der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, die  in diesem Jahr schlicht das Thema „Holz“ in den Mittelpunkt stellte.

Reges Treiben zur Ausstellungseröffnung im HDAG am 09.09.2012

Insgesamt wurden an den drei Öffnungstagen (09.09., 16.09., 30.09.) mehr als 150 Besucher aus allen Altersgruppen empfangen. „Das ist weit mehr, als wir erwartet haben", freut sich der Vorsitzende des Fördervereins Werner Jaroch. "Unser Angebot findet großen Anklang und wird von den Alfterern gerne angenommen. Das motiviert uns sehr, die in Zukunft geplanten Projekte in Angriff zu nehmen."

 

Die Ausstellung ist in drei Bereiche unterteilt, die das Thema Holz in Alfter in seiner ganzen Bandbreite vorstellen:

Die Architektin Ursula Rosiny-Moos informiert über Fachwerkrenovierung

Im ersten Teil der Ausstellung geht es um die Geschichte des Wald- und Naturschutzgebiets Kottenforst-Ville. Dabei wird der Bogen gespannt von der frühgeschichtlichen Waldnutzung im Kottenforst, über den infrastrukturellen Ausbau unter Kurfürst Clemens August, bis hin zu der modernen Forstwirtschaft ab dem 19. Jahrhundert. Zur Ausstellungseröffnung referierte dazu passend der ehemalige Alfterer Gemeindeförster Egon von Schaffhausen anekdotenreich über die Eigentümerstrukturen im Wald von Alfter und die damit verbundenen Schwierigkeiten des Wegenetzausbaus. Darüber hinaus berichtete er von der Entwicklung der Waldarbeit und des Baumbestands während seiner 37-jährigen Amtstätigkeit. Zur Veranschaulichung der Waldarbeit hatte Herr Levenkaul Modelle der Gerätschaften und Beförderungsmittel detailgetreu und aus Holz geschnitzt dem HDAG zur Verfügung gestellt. Diese wurden in den Ausstellungsvitrinen erstmalig dem Publikum vorgeführt.

Am Nachmittag öffnete Luise Wiechert die Tore des Schlossgartens, um den hier vorhandenen Baumbestand und seine Geschichte zugänglich zu machen.

 

Der zweite Ausstellungsbereich ist der Holzbearbeitung gewidmet. Hier können die Besucher die Werkzeuge der Zimmererleute, darunter Sägen, Beile und Stemmeisen, nicht nur bestaunen, sondern auch ausprobieren. Gerade von den Kindern wird auch gerne der Schnitzbock angenommen, auf dem man sich unter Aufsicht versuchen kann. „Wir wollen auch ein praktisches Museum sein und Geschichte erlebbar machen", meint Bernd Süring, der diesen Ausstellungsbereich entwickelt und betreut hat. „Nicht mehr viele Menschen unserer modernen Welt haben eine Vorstellung davon, welche körperliche Geschicklichkeit und Anstrengung die Holzbearbeitung erforderte."

Herr Levenkaul (2.v.l.) hatte die Modelle der Waldarbeitsgeräte zur Verfügung gestellt

Im dritten Ausstellungsbereich geht es um die Alfterer Fachwerkhäuser. Neben der Herstellung von landwirtschaftlichem Gerät und Werkzeugen wurde Holz aus dem Kottenforst bis in die jüngste Zeit auch für den Bau von Häusern verwendet. Davon zeugen noch heute die vielen Fachwerkhäuser im Ortszentrum von Alfter, die im Rahmen der Ausstellung dokumentiert werden. Insgesamt weisen bis zum heutigen Tag mehr als 65 Häuser in Alfter-Ort Sichtfachwerk auf. Exemplarisch werden in der Ausstellung fünf dieser Häuser etwas detaillierter dargestellt. Dabei stehen bauliche und dekorative Besonderheiten, ebenso wie die Funktionen der Gebäude in der Vergangenheit, ehemalige Bewohner sowie besondere Ereignisse rund um das Gebäude im Mittelpunkt. Als Informationsquellen für die Zusammenstellung dienten Auskünfte der Bewohner sowie von Zeitzeugen. Der im Rahmen dieses Projektes entstandene Grundstock soll im Laufe der Zeit weiter ausgebaut werden, so das Ziel der Organisatoren. Am Tag der Ausstellungseröffnung referierten Robin Huth vom HDAG über den Fachwerkbestand in Alfter und die Architektin Ursula Rosiny-Moos über die praktischen Renovierungsarbeiten am Beispiel des Gebäudes am Hertersplatz 13 (Faßbender-Haus/alter Winzerhof).

Auf Nachfrage kann man sich die Ausstellung gerne noch ansehen. „Einige Gruppen haben sich bereits für Sonderführungen angemeldet", meint der Vorsitzende Jaroch. Auch die Klassen der Anna-Schule werden noch erwartet. Doch danach will man sich neuen Projekten zuwenden, so Jaroch. „Die einzelnen Bestandteile werden sicher noch einmal aufgegriffen, vielleicht in einem anderen Kontext. Aber unser Haus der Alfterer Geschichte lebt von der Abwechslung. Und es gibt noch jede Menge Themen in der Alfterer Geschichte, die wir uns vornehmen, bearbeiten und dokumentieren wollen."



09.09.2012

Tag des offenen Denkmals:

"Holz, Wald und Fachwerkhäuser in Alfter"

10:00 bis 18:00 Uhr

weitere Öffnungstermine:

 

16.09.2012

14:00 bis 17:00 Uhr

(parallel zur Kirmes)

30.09.2012 

14:00 bis 17:00 Uhr

(parallel zum Herbstmarkt)